7. – 13. Schuljahr

Stephanie Wössner

Literatur meets Virtual Reality

Im Distanzunterricht gemeinsam eine Lektüre verstehen und präsentieren

Aktuell ist es nicht sonderlich sinnvoll, Schülerinnen und Schüler gemäß dem Stundenplan arbeiten zu lassen, also in kurzen Einheiten von 45 Minuten, die willkürlich über den Tag verteilt sind. Vielmehr bietet es sich an, die Potenziale von digitalen Medien in die neue Lernsituation einzubeziehen. So kann man die derzeitige Situation dazu nutzen, mit den Lernenden neue Methoden auszuprobieren, und sie dazu animieren, sich mit bestimmten Inhalten intensiv zu beschäftigen.
Was gibt es Sinnvolleres, als einen Perspektivenwechsel anzuregen und die gelesene Geschichte visuell und unter Berücksichtigung analytischer Elemente umzusetzen und sie so erlebbar zu machen? Dieser Beitrag wurde mit Blick auf den Deutsch- und modernen Fremdsprachenunterricht geschrieben,1 bietet aber auch Anregungen für den altsprachlichen Unterricht.
Vom Tagebuch zu 3D-Welten
Beispielsweise können die Lernenden während der Lektüre ein Tagebuch aus der Sicht des Protagonisten oder einer anderen Figur schreiben. Im Anschluss daran werden Gruppen gebildet und die Schülerinnen und Schüler bekommen die Aufgabe, das Werk oder Ausschnitte daraus in 3D gemeinsam zu inszenieren, um darin eintauchen zu können.
Die Tagebucheinträge können eingesprochen werden, sodass sie die jeweilige Szene begleiten.
Vorgehensweise
Als Vorbereitung legt die Lehrkraft sich einen „CoSpaces Edu-Account unter http://www.cospaces.io an und nutzt den Trialcode COSSTEPHANIEWO. Dann wird eine Klasse angelegt und eine Aufgabe für die Klasse erstellt, die aus einem leeren Raum besteht. Weist man diese Aufgabe einzelnen Schülern zu, bekommt jeder einen eigenen Projektraum; weist man die Aufgabe Gruppen zu, kann man die Lernenden (nachdem sie sich angemeldet haben) in Gruppen einteilen, sodass sie kollaborativ oder kooperativ am Projekt arbeiten können. Diese letztere Vorgehensweise ist zu bevorzugen.
Verschiedene Kapitel können in einzelnen Szenen dargestellt werden. Schließlich müssen sich die Lernenden nur noch mit einem beliebigen Namen, Usernamen und Passwort anmelden. Dazu benötigen sie den Klassencode, der bei der Erstellung einer Klasse angezeigt wird.
Um die virtuellen Räume zu erstellen, können die Lernenden einen Computer mit Chrome-Browser oder auch ein Tablet benutzen (iOS oder Android).
Die Erstellung erfolgt mit Figuren aus der Bibliothek, die durch Drag & Drop in den virtuellen Raum hineingezogen werden. Außerdem können Bilder, 3D-Objekte und Videos hochgeladen sowie Audiodateien direkt im Browser aufgenommen werden. Mithilfe von Blockprogrammierung können die Lernenden die einzelnen Elemente programmieren, also Figuren gehen, sprechen, interagieren lassen u.v.m., und Landschaften und Gebäude hinzufügen .
„CoSpaces ist eine selbsterklärende App, die meist intuitiv bedient werden kann. Hilfestellungen zu allen Funktionen gibt es auf dem YouTube-Channel von „CoSpaces: https://www.youtube.com/channel/UC6VsnmaKQ9MNRpJbFsIhoGw. Eine Auswahl von Beispielen der Funktion „Storytelling (darunter z.B. zu Hamlet, Macbeth oder Don Quijote) finden Sie hier: https://edu.cospaces.io/Universe/Languages.
3D-Präsentation zu einer Lektüre
Eine weitere Idee wäre, eine Präsentation zur Lektüre in der Form eines 3D-Museums zu erstellen. Ein Tutorial, wie man ein solches Museum füllt, finden Sie hier: https://youtu.be/Rx2NczZy510
Hinweise
  • Die entstandenen Räume können am Bildschirm oder mit einer VR-Brille (Smartphone mit Cardboard oder Oculus Go) erkundet werden.
  • Bei Problemen und Fragen können Sie sich gerne an mich wenden: steffi@steffi-woessner.de.
Anmerkung
1 Eine ausführlichere Version finden Sie in Computer + Unterricht 111/2018, „Storytelling.

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